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BioTUNING
Die Essenz einer suchenden Ärztin

Dr. Petra Bracht

Als ich vor 25 Jahren stolz meine Arzturkunde und kurze Zeit später meinen Doktortitel in den Händen hielt und den Eid des Hippokrates abgelegt hatte, war meine Welt noch in Ordnung. Ich hatte als Medizinstudentin ein enormes Wissen angehäuft, mich in die Komplexität des menschlichen Körpers hineingearbeitet und brannte darauf, nun als Ärztin den Menschen zu helfen. Ich wollte Kranke heilen, das war mein Antrieb, Medizin zu studieren. Denn meiner Pflegemutter, die lange krank war und schließlich nach meinem zweiten Semester starb, hatten die Ärzte nicht mehr helfen können.

Noch in der Schlussphase meines Studiums ging ich nach Indien, um einige Monate im Krankenhaus praktisch zu arbeiten. Ich sah mich plötzlich damit konfrontiert, dass es gar nicht so einfach war, mein an der Universität erworbenes Wissen so einzusetzen, dass kranke Menschen gesund werden. Diese Erfahrung verstärkte sich immer mehr, als ich in Deutschland begann, in Praxen mit zu arbeiten und ich mich schließlich als praktische Ärztin niederließ. Ich bemerkte immer mehr, dass die gelernte Medizin zwar Symptome beseitigen konnte, aber nicht wirklich zur „ganzen“ Gesundung der Patienten führte. Nachdem Medikamente kurzfristig zur Besserung führten, gab es immer wieder Verschlechterungen, die nur mit einer Erhöhung der Dosis aufgefangen werden konnten. Dies fiel mir vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, den unterschiedlichsten Schmerzzuständen und Diabetes auf. Bei harmloseren Krankheitsbildern wie grippalen Infekten kam es nach kurzfristiger Gesundung häufig zu umso schlimmeren Rückfällen. Und bei Krankheiten wie Asthma oder Magen-Darm-Leiden war oft gar keine überzeugende Verbesserung erreichbar.

Zu dieser Zeit konnte ich meinen Patienten am besten dadurch helfen, dass ich mir neben der schulmedizinischen Therapie viel Zeit für sie nahm und mich auch um ihr seelisches Wohlbefinden kümmerte. Ich spürte aber immer deutlicher, dass es mehr geben musste. Ich hatte schon während meines Studiums Bücher über Naturheilkunde gelesen und fühlte mich intuitiv dazu hingezogen. Nun begann ich mich wieder um dieses Wissen zu kümmern. Ich verschlang ein Buch nach dem anderen, hospitierte bei naturheilkundlich arbeitenden Ärzten und absolvierte Ausbildungen in Homöopathie und Akupunktur. Obwohl mir diese Vorgehensweisen viel näher waren, als das Verschreiben von Medikamenten, die leider oft reich an Nebenwirkungen sind, hatte ich den Eindruck, immer noch nicht nah genug an die Ursache der häufigsten Krankheiten gekommen zu sein, unter denen meine Patienten litten. Vor allem Krebs, Aids, schwere Hautkrankheiten, Asthma und all die schlimmen Herz-Kreislauferkrankungen, die oft mit Übergewicht verbunden waren, ließen mir keine Ruhe. Durch die Erfahrung mit hunderten Patienten, die damals pro Woche in meine Praxis kamen verstärkte sich immer mehr mein Gefühl, dass die Ernährung eine wesentlich größere Rolle spielte, als ich das im Studium gelernt hatte. Ich hatte ein geradezu körperliches Bedürfnis, intensiv und wirkungsvoll die materielle Struktur meiner Patienten zur Gesundung zu bringen, bevor ich feinere, energetische Therapieverfahren einsetzten konnte.

Eines Tages fiel mir der Bestseller „Fit fürs Leben“ in die Hände. Ich verschlang das Buch an einem Nachmittag und ahnte, dass es sich nachhaltig auf meinen Weg als Ärztin auswirken würde. Kurze Zeit später nahm ich Kontakt zum Waldhausen-Verlag auf, der außer diesem noch viele andere Ernährungsbücher verlegte und bekam Kontakt mit den bekanntesten Vertretern alternativer Ernährungsformen wie Bruker, Wandmaker, Konz oder Burger. Da mein Mann und ich wenig vom Theoretisieren hielten, probierten wir über Jahre hinweg alles aus, was vernünftig klang. Vollwertige, makrobiotische, 5-Elemente, vegane, frugivore und alle Spielarten der vegetarischen Ernährung waren die wichtigsten Stationen. Das Feedback meines Mannes als Profisportler und die Erfahrungen, die ich bei meinen vielen Patienten machen konnte, übertrafen bei weitem alles, was ich mir jemals hätte vorstellen können. Der Satz: „Der Mensch ist, was er isst“ bestätigte sich im Laufe der Jahre immer mehr. Ich verstand nun, warum mein im Studium erworbenes Wissen zwar eine gute Basis für meine Arbeit war, was die Heilung all der Krankheiten betraf aber nur in Ausnahmefällen einsetzbar war. Zum Beispiel die Chirurgie bei Unfällen und allopathische Medikamente oder Notmaßnahmen in späten Krankheitsstadien.

Dr. Petra Bracht
Dr. med Petra Bracht, geboren 1956, ist Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren, nieder-gelassen in Bad Homburg v. d. H.
8 Jahre Lehrauftrag zum Thema Ernährung und Gesundheit an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main, erfolgreiche Buchautorin, Verfasserin vieler Publikationen und Vorträge zu den Themenschwerpunkten Vorbeugung, Ernäh-rung, Darmgesundheit, Nährstoffmedizin, seit fast 20 Jahren spezialisiert auf die Kombination von Naturheilkunde, moderner Medizin und fachübergreifenden neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, bekannt aus Funk und Fernsehen, u. a. HR1, ARD, ZDF, RTL,  Sat1, PRO7 und durch ihren unermüdlichen Einsatz in verantwortungs-vollen Positionen in diversen internationalen Fachgremien und Verbänden.

Damals war ich der festen Überzeugung, dass Nahrung aus kontrolliert biologischem Anbau alles enthält, was wir für unsere Gesundheit benötigen. Als ich mich immer tiefer in die Ernährungsmedizin einarbeitete, musste ich feststellen, dass wir heute um das Ergänzen unserer Nahrung mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen nicht mehr herumkommen, wollen wir keine gesundheitlichen Nachteile durch Nährstoffmängel erleiden. Wie enorm wichtig die zusätzliche Ergänzung ist, wurde mir durch die aus dem Blut erstellten Vitaminprofile immer klarer. Da ich unseren beiden Söhnen eine möglichst gute Gesundheitsbasis aufbauen wollte, arbeitete ich mich intensiv in die orthomolekulare Medizin ein. Von ihren Möglichkeiten war ich so begeistert, dass ich eigene Rezepturen entwickelte, die ich Nahrungsergänzungsherstellern zur Verfügung stellte, um für meine Familie und meine Patienten über bestmögliche Produkte verfügen zu können. Durch den Kontakt zu Speziallaboren führte ich für meine Patienten umfangreichere, weit über das Normale hinaus gehende Blutuntersuchungen und spezielle Nahrungsmittelunverträglichkeitstests ein, über die viele Kollegen zwar lächeln, mit denen ich aber Heilerfolge erziele, die bei Kollegen nur ungläubiges Kopfschütteln hervorrufen.

Damals hatte ich täglich über hundert Patienten in meiner Praxis. Ich verzweifelte immer mehr weil ich merkte, dass es unmöglich war, all diese vielen Menschen in der kurzen Zeit, die mir aufgrund der Kassenabrechnungsstruktur blieb, bestmöglich zu behandeln. Deshalb fasste ich den für mich sehr schweren Entschluss, meine Kassenzulassung abzugeben. Dies war ein Quantensprung für meine Arbeit. Jetzt konnte ich allen Patienten die nötige Zeit widmen und nicht nur die von den Kassen garantierte ausreichende Behandlungsqualität. Auch nicht privat versicherte Patienten bemerkten schnell, dass ihre selbst zu zahlenden Kosten ähnlich wie bei Heilpraktikern, durchaus leistbar waren, wenn sie den Wert ihrer Gesundheit über den unnötiger Konsumgüter stellten. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich allen Patienten meine „Erste Klasse Medizin“ zur Verfügung stellen.

Im Laufe der Jahre kristallisierte sich immer mehr heraus, dass all das, was ich während meines Studiums gelernt hatte, mit der Wiederherstellung eines guten Gesundheitszustandes bei meinen Patienten nicht viel zu tun hatte. Aber auch die in der Naturheilkunde eingesetzten sanften Medikamente waren nicht die Lösung. Sie eigneten sich nur zur Feinabstimmung, wenn der Selbstheilungsprozess bereits massiv ins Rollen gebracht worden war. Allein die Vorgehensweise, Stoffwechselrückstände aus dem Körper zu entfernen, und - bei der Gesundheit der einzelnen Zellen ansetzend – die Stoffwechselprozesse ins Laufen zu bringen und nur gute Stoffe in den Körper einzubringen, brachte wirkungsvolle Ergebnisse auch bei schwersten Krankheitsbildern. Neben der Ernährung erwies sich auch die sportliche Betätigung als unverzichtbares Instrument. Der seelische und geistige, letztendlich energetische Zustand nahm immer mehr den wichtigsten Platz, den der alles andere beeinflussenden Dachfunktion, ein. Deswegen floss auch dieser leider von vielen Therapeuten und Patienten heute bei uns immer noch nicht anerkannte Aspekt ein.

Aus all diesen Erfahrungen ergab sich eine für mich völlig logische therapeutische Vorgehensweise, die ich BioTuning nannte. Im BioTuning gibt es auf der stofflichen Ebene nur eine Krankheit, die – meist durch angesammelte Abfälle – gestörte Stoffwechselfunktion. Daher sind alle der bei uns definierten ungefähr zwanzigtausend Krankheiten nichts anderes als – je nach Erbgut und Lebensführung – individuelle Ausprägungen einer einzigen Ursache. Diese Ursache kann vorbeugend verhindert werden oder, wenn sie schon zu Auswirkungen geführt hat mit den gleichen Maßnahmen, die auch vorbeugend wirken, wieder in den gesunden Zustand rückgeführt werden. Die Biotuning-Therapie konzentriert sich deswegen darauf, unter Berücksichtigung der energetisch-geistig-seelischen Ursachen, dem Körper dabei zu helfen, seine Selbstheilungskräfte – die einzigen Kräfte, die seine „ganze Gesundung“ bewirken können – zur vollen Entfaltung zu bringen. Dies geschieht vor allem durch massive Entgiftungsmaßnahmen und individuell ausgetestete Ernährungsumstellungen (Essen und orthomolekulare Ergänzungen), sowie als notwendig erkannte Veränderungen im gesamten Bereich der Lebensführung. Dabei kommen selbstverständlich wenn nötig oder vom Patienten gewünscht auch funktionierende schulmedizinische Vorgehensweisen zum Einsatz. Mein großer Wunsch ist, dass in Zukunft ganzheitliche Therapeuten, wie ich mich verstehe, ihren Patienten aus dem gesamten Angebot der Naturheilkunde, der Schulmedizin mit all ihren spezialisierten Fachärzten, den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen gerade im Bereich der noch völlig unterschätzten physikalischen Medizin, das vermitteln und zukommen lassen, was die Aktivierung ihrer jeweiligen Selbstheilungskräfte bestmöglich unterstützt.

 
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