Antiraucherpille gegen Alkoholsucht
"Wunderpille" Champix trotzdem kein Allheilmittel

sucht.jpgEin Medikament, das nicht nur die Nikotinabhängigkeit, sondern auch andere Süchte wie Alkoholismus oder Spielsucht bekämpft, glauben amerikanische Wissenschaftler nun gefunden zu haben. Die Antiraucherpille Chantex, in Europa Champix, kam eigentlich schon vor Monaten auf den Markt. Doch erst jetzt haben Forscher der Universität von Kalifornien http://www.ucsf.edu nachgewiesen, dass das Medikament auch Alkoholsucht und vermutlich noch weitere Abhängigkeiten bekämpfen kann.

"Ich halte das grundsätzlich für möglich", bestätigt Michael Musalek vom Anton-Proksch-Institut im Gespräch mit pressetext. "Champix zeigte schon bei der Rauchentwöhnung sehr gute Ergebnisse, man muss allerdings weitere Studien abwarten." Der Inhaltsstoff, der diese Wirkung erzielen soll, heißt Vareniclin. Bei Rauchern bindet sich das Nikotin an bestimmte Rezeptoren im Gehirn und setzt den chemischen Botenstoff Dopamin frei, welcher ein Wohlgefühl im Körper auslöst. Das in Champix enthaltene Vareniclin ersetzt das Nikotin und bindet sich an diese Rezeptoren. Dadurch wird das Verlangen zu rauchen gelindert. Dabei fungiere der Stoff nicht als Ersatzdroge. "Das Mittel hat keine unmittelbar spürbare Wirkung für den Patienten. Dadurch ist es unwahrscheinlich, dass er von Champix abhängig wird", erklärt Musalek.

Jüngste Forschungsergebnisse zeigen nun, dass nicht nur Nikotin, sondern auch Alkohol und andere Suchtmittel in dieser Region des Gehirns wirksam werden. Die Forscher testeten die Wirkung von Champix auf Alkoholsucht an Ratten. Sie trainierten die Tiere Alkohol zu trinken und erzogen sie so zu "schweren Trinkern". Durch Vareniclin konnte die Trinksucht der Ratten gelindert werden. Auch nachdem das Medikament abgesetzt wurde, wurden die Tiere nicht rückfällig.

Doch auch wenn die ersten Ergebnisse vielversprechend sind, dürfe man sich kein Wundermittel erwarten, gibt Suchtexperte Musalek zu bedenken: "Sucht ist hochkomplex und hängt von unterschiedlichsten Faktoren ab. Wir suchen immer nach einfachen Lösungen, aber eine Wunderpille gibt es nicht und wird es vermutlich nie geben." Es sei zudem gefährlich, zu große Erwartungen in Champix zu setzen. Denn verlasse sich ein Patient auf dieses vermeintliche Allheilmittel, bleibe ihm womöglich eine andere, wirksamere Therapiemethode vorenthalten.

 
Quarktasche mal anders
Vom Hausmittel zur medizinischen Innovation

Ob Schürfwunde, Fieber, Prellung, Schwellung, Sonnenbrand, akute Entzündung oder Insektenstich: Die Volksmedizin weiß darauf schon seit Jahrhunderten eine Universalwaffe wirksam einzusetzen: Quark. Quark, oder wie in Österreich genannt, Topfen, wird als Wickel auf die betreffende Stelle aufgetragen und bietet Linderung, Kühlung und beschleunigt die Heilung bei den vielfältigsten Beschwerden. Seit Urgroßmutters Zeiten erfolgreich angewandt, erlebt der Quarkwickel im Angesicht der Gesundheitsreform derzeit eine spektakuläre Renaissance.

Was macht aus diesem simplen Produkt ein so wirksames Heilmittel? Quarkwickel gehören zur Familie der Kaltwickel. Sie helfen nachweislich vor allem bei Hautirritationen, Entzündungen, Schwellungen und Fieber. Sie wirken abschwellend, kühlend, hitzeausleitend und fördern vor allem auch die Durchblutung.

Die moderne Forschung ist dem Geheimnis der seit Generationen gelobten Wirkungsweise nachgegangen. Die Hauptbestandteile von Magerquark sind vor allem Proteine (ca. 50%), Fett (ca. 1,5%) und Wasser. Bei der Quarkherstellung entsteht Milchsäure, diese verleiht dem Quark einen pH-Wert von 4,4 – 4,8, er ist also „sauer“. Wird nun der Quark direkt auf die Haut aufgebracht, kommt es zu mehreren Reaktionen. Die Milchsäurebakterien im Quark sorgen dafür, dass sich die Hautporen öffnen, daraufhin können sie in die Haut eindringen. Die Milchsäurebakterien im Gewebe sorgen für eine leichte Hautreizung, eine lokale Durchblutungssteigerung ist die Folge. Liegt im Gewebe eine Entzündung vor, so hilft das saure Milieu der Milchsäure, indem dadurch das Einschleusen von Entzündungsstoffen in die Proteinmatrix des Quarks gefördert wird. In der Proteinmatrix werden die Entzündungsstoffe gebunden und aus dem Gewebe entfernt. Die Förderung der Durchblutung bringt Baumaterial aus dem Blutkreislauf in das behandelte Areal und hilft somit, beschädigte Gewebestrukturen schneller zu reparieren. Quark ist eines der wenigen nebenwirkungsfreien Mittel, bei dem gleichzeitig die Durchblutung gefördert und trotzdem gekühlt wird. Er ist sehr verträglich und eignet sich daher auch für die Anwendung auf empfindlicher Haut.

Warum nur hat der Quark nicht schon lange seinen Siegeszug durch die Hausapotheken, Arztpraxen und Krankenhäuser der Welt angetreten? Die Antwort liegt auf der Hand. Trotz der unbestrittenen Wirksamkeit vor allem auch bei Brustentzündungen, Muskelverletzungen und Prellungen scheuen die meisten Patienten den umständlichen Umgang mit dem schmierigen Zeug. Welche Frau kann es sich vorstellen, z.B. trotz der schmerzenden Brust nach dem Einschuss der Muttermilch, sich ein halbes Pfund Quark in den BH zu stopfen und so in die Arbeit zu gehen? So wertvoll der Quark als Hausmittel sein könnte, in der Praxis ist seine Anwendung meistens einfach unrealistisch.
Abhilfe für dieses Problem schaffte vor kurzem ein innovatives Unternehmen aus der Region. Nach einer Idee von Michael Liebl (Gründer der Quarkpack GmbH) wurde das QUARKPACK entwickelt. Mit dieser Erfindung, die unter anderem beim Start Up - Wettbewerb (ausgetragen von McKinsey, Stern, ZDF und den deutschen Sparkassen) den dritten Platz belegte, kann die heilsame Wirkung des Quarkwickels schnell, unkompliziert und unabhängig von Ort und Zeit genutzt werden, ohne die unpraktischen Begleiterscheinungen in Kauf nehmen zu müssen.
Aus der täglichen physiotherapeutischen Praxis hat der Erfinder Quarkpack von der anfänglichen Idee zu einem marktreifen Health-Care Produkt entwickelt. Quarkpack ist ein Medizinprodukt der Klasse I. Hinsichtlich der technischen Ausführung lehnte man sich stark an das Prinzip der Fango bzw. Moorpackungen an. Das nach einem aufwändigen Trocknungs- und Konservierungsverfahren hergestellte Quarkpulver wird von einem Verbundmaterial aus PE-Folie/-Vlies aufgenommen. Eine vierfache Sektionierung des Beutels gewährleistet die optimale Verteilung des Pulvers. Die Anwendung ist denkbar einfach und mit dem Kneten der Packung im Wasserbad getan. Dabei wird die Kompresse mit Wasser befeuchtet, leicht geknetet und auf die betroffene Stelle aufgelegt – fertig ist der moderne Quarkwickel. Wirksam wie eh und je, praktisch und unkompliziert, wie man es von einem modernen Produkt erwartet.