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Bereits durch die Aussicht auf kleine finanzielle Belohnungen lassen sich übergewichtige Menschen zum Abnehmen motivieren. So lautet das Ergebnis einer US-Studie, die den Effekt von Geldprämien auf den Diäterfolg von 200 Testpersonen untersucht hat. Für Arbeitgeber stelle der Weg über finanzielle Anreize im Gegensatz zum Bau von Fitnessräumen oder der Umstellung des Angebots der Cafeteria eine Möglichkeit mit garantiertem Erfolg dar, die Gesundheit der Angestellten zu verbessern, so die Forscher gegenüber der LA-Times. In Italien hatte bereits im August ein Bürgermeister für Aufsehen gesorgt, der jedem Einwohner seiner Stadt 50 Euro fürs Abnehmen geboten hatte "Ich kann mir gut vorstellen, dass solche Systeme kurzfristig funktionieren und auch immer wiederholbar sein werden", so Ernährungswissenschaftlerin Alexandra Hofer im Gespräch mit pressetext. "Aber langfristig ist den Angestellten mit einem Gesamtkonzept mehr geholfen."
Im Rahmen der Studie wurden etwa 200 übergewichtige Angestellte in drei Gruppen geteilt. Während der ersten Gruppe kein zusätzlicher Anreiz geboten wurde abzunehmen, wurden der zweiten Gruppe sieben Dollar und der dritten Gruppe 14 Dollar für jedes verlorene Prozent des Ursprungsgewichts versprochen. Die Testpersonen mussten ohne weitere Hilfestellungen oder Anleitungen auskommen. Nach drei Monaten hatte die Gruppe mit dem größten finanziellen Anreiz auch den größten Gewichtsverlust zu verbuchen - durchschnittlich etwas mehr als zwei Kilo. Im Gegensatz dazu verlor die unbezahlte Gruppe im Schnitt nicht einmal ein Kilo.
Für Arbeitgeber soll sich das System lohnen, weil dünne Angestellte seltener krank würden, so die Forscher. "Es kann keine schlechte Investition sein, weil man die Menschen erst bezahlt, wenn sie das Gewicht verloren haben", so der Autor der Studie Eric A. Finkelstein vom US-Forschungsinstitut RTI-International. "Es wäre sinnvoller, Anreize zur Verhaltensumstellung zu geben und Angestellte so zu mehr Bewegung und Sport zu motivieren", widerspricht Hofer. "Gleichzeitig muss man ihnen die Möglichkeit bieten sich gesund zu ernähren."
Um den langfristigen Erfolg des Programms zu beweisen, werten Finkelstein und seine Co-Autorinnen Laura Linnan und Deborah Tate derzeit Daten einer Folgestudie aus, bei der eine Gruppe von 1.000 Menschen ein Jahr lang beobachtet wurde. Im Rahmen der Untersuchung vergleichen die Wissenschaftler die Wirksamkeit der finanziellen Anreize mit anderen Methoden, wie einer Umstellung des Angebots der Cafeteria. Weitere Forschungen seien nötig, um die optimale Höhe der Geldprämien zu ermitteln und die langfristigen Effekte zu testen, räumt Linnan ein. "Es ist klar, dass es eine der größten Herausforderungen ist, den Menschen zu helfen, ihr Gewicht auch zu halten."
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