Die Nagelprobe
Die Historie der künstlichen Fingernägel

Fingern?gel

Die Geschichte der künstlichen Fingernägel nimmt weit früher Ihren Anfang als man vielleicht glaubt. Bereits Cleopatra modellierte ihre Nägel aus Porzellanpulver und Harz. Danach finden sich künstliche Fingernägel zur Zeit der Ming-Dynastie (1268-1644) in China wieder. In diesem Fall waren es die noblen Herren, die ihre Nägel mit Reispapier, Seide oder Porzellanpulver verstärkten.

Die ersten Schritte
Der konkrete Versuch, Kosmetik für schöne und gepflegte Nägel zu entwickeln, beginnt eher kurios. Mitte der 20er Jahre bringt die Erforschung von Autolack gleichzeitig die Entwicklung von lang haftendem Nagellack mit sich. Der erste künstliche Fingernagel „Nu Nails“ genannt, kommt 1934 auf den Markt und wird von einem Zahnarzt aus Chicago entwickelt.

Techniken von heute
Heute kennen wir viele Materialien zur Nagelverstärkung, wie Seide, Fiberglas, Leinen und Batist. Hierunter wurde auch die so genannte Klebe-Textil-Technik bekannt. Ein Zahnarzt namens Henry Lee erkannte das Problem der Haltbarkeit. Er legte den Grundstein für die Nagelmodellage mit den aus der Zahntechnik bekannten Acrylaten, daraus entstand die heutige Pulver-Flüssigkeits-Technik oder Acryltechnik. Hierbei verwendet man Acryl-Flüssigkeit (Liquid) und Acrylpulver. Acryl ist lufthärtend und dies geschieht meist sehr schnell. Es bedarf guter Ausbildung und reichlich Fingerspitzengefühl, denn Acryl zählt zu den schwierigsten Techniken.

Weiterhin ist die Spray-On-Technik bekannt. Hierbei verwendet man Acrylpulver, Aktivator und Cyanacrylkleber. Man verteilt den Kleber auf dem entfetteten Naturnagel und streut das Pulver darauf. Dann wird erneut Kleber aufgetragen. Der Aktivator dient zur schnellen Aushärtung des Acrylpulvers.

Bei der Kleber-Technik, bekannt auch als Repair-Glue, Gel-on oder Harz-Technik bekannt, werden dickflüssige Cyanacrylkleber sowie Aktivator verwendet. Auf den bereits aufgeklebten und befeilten Kunstnagel wird reichlich Kleber aufgetragen und anschließend mit dem Pinsel-Aktivator gehärtet.

Anfang der 80er Jahre wurde schließlich das System der lichthärtenden Kunststofftechnik entwickelt, das heute am meisten verwendet wird. Hierbei wird eine fertig gemischte Gelmasse auf dem Nagel platziert. Diese Technik ist wesentlich einfacher als die zuerst genannte Acryltechnik und steht ihr in keiner Weise nach.

Entgegen den immer wieder auftauchenden Vorurteilen ist keine Technik, ob Acryl, Fieberglas oder Gel bei künstlichen Nagelverstärkungen schädlich. Keines der Systeme ist besser, schlechter oder gesünder als das andere.

Die Qual der Studiowahl
Nageldesign ist ein kreativer Dienstleistungsberuf. Hier kann es kreative Köpfe mit wenig handwerklichem Geschick oder unkreative Dienstleister mit guter Technik geben. Schauen Sie sich vor der ersten Sitzung Fotos von Referenzarbeiten an und stellen Sie Fragen zu allem, was Ihnen wichtig erscheint. Ein guter Nageldesigner wird Ihre Fragen kompetent zu beantworten wissen. Fast jedes Studio bietet auch die Möglichkeit eines kostenlosen Probenagels an.

Ein wichtiger Punkt in Nagelstudios ist die Hygiene. Die Instrumente sollten nach jeder Benutzung desinfiziert werden. Natürlich gilt das nicht für die Geräte, die nicht mit dem Körper des Kunden in Kontakt kommen, wie z.B. Airbrushpistolen.

Wenn Hände sprechen könnten
Generell setzen wir unser Hände und Nägel gerne als Werkzeuge ohne jeglichen Schutz ein. Der Spaß an den neuen schönen Nägeln hält aber nur an, wenn Sie einige Tipps einhalten.

Sonia Völker
Autorin Sonia Völker - Inhaberin des Nagelstudios la beauté in Passau-Innstadt

Passen Sie die Länge Ihrer Nägel Ihrem Lebensstil an und benutzen Sie Ihre Nägel nicht als Werkzeug. Ölen Sie täglich Ihre Nägel, das hält die Nagelhaut geschmeidig und die Modellage elastisch. Gewöhnen Sie sich an, anders zu greifen, zB. mit den Seiten der Finger. Benutzten Sie nur acetonfreien Nagellackentferner. Ziehen Sie bei Hausarbeiten Handschuhe an, besonders beim Abspülen und scharfen Putzmitteln. Dort sind oft kunststofflösliche Mittel enthalten, denken Sie dabei auch an Ihre Haut, nicht nur an die Nägel. Schützen Sie Ihre Nägel vor Verfärbungen durch UV-Licht und Zigaretten mit Klarlack.

Am Tag der Modellage sollten Sie die Hände nicht eincremen oder ölen, baden, putzen und insbesondere nicht Abspülen. Der Nagel saugt sich mit Wasser voll wie ein Schwamm, dehnt sich aus, schrumpft später wieder und das Material kann splittern. Entfernen Sie sich niemals selber die Nägel, Sie würden beim unsanften Abreißen nur Ihre Naturnägel zerstören, überlassen Sie das dem Profi. Informieren Sie Ihr Nagelstudio bei Allergien und Medikamenteneinnahmen.

Wenn Sie sich eine professionelle Modellage gönnen und Ihre Nägel im Anschluss entsprechend pflegen, werden Sie sich lange Zeit an attraktiven Händen erfreuen können.